Medikamente bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Zurück zur Übersicht

Medikamente, Antibiotika und Co. bei einer Nasennebenhöhlenentzündung – was ist wann sinnvoll?

Hausmittel, wie Inhalieren und Nase spülen, sind ja schön und gut – aber wenn die Nase richtig dicht ist, der Kopf wummert und die Stirn schmerzt, ist rasche Linderung gefragt. Welche Medikamente kommen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) in Frage und was ist bei der Einnahme zu beachten? Und sind nicht einfach Antibiotika das Mittel der Wahl?

Helfen Medikamente bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Tatsächlich kommen eine ganze Reihe von Maßnahmen bei einer Sinusitis in Frage, Medikamente spielen neben etlichen unterstützenden Hausmitteln eine wichtige Rolle. Bei der Wahl des Mittels bei einer Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich gut nach der Ursache und den Symptomen unterscheiden:

Sind Antibiotika bei Sinusitis sinnvoll?

Die kurze Antwort: In den allermeisten Fällen nicht, was wiederum mit der Ursache der Nasennebenhöhlenentzündung zu tun hat. In der Regel entwickelt sich eine Sinusitis durch eine Erkältung, die durch Viren ausgelöst wurde, z.B. Influenza-, Rhino-, Parainfluenza- und Coronaviren. Gegen Viren sind Antibiotika machtlos, hier sind andere Medikamente gefragt. Das Einnehmen von Antibiotika könnte langfristig sogar schädlich sein, da die Entwicklung von Resistenzen begünstigt werden könnte – das bedeutet, dass sich die Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika erhöht.

Wann Antibiotika bei einer Sinusitis?

Kommt zu einer viralen Entzündung auch eine bakterielle hinzu, ändert das die Lage und die Behandlung einer Sinusitis mit Antibiotika ist ratsam. Diese Entscheidung treffen Ärzte heute nach genauerer Beobachtung, in früheren Jahren wurden Nasennebenhöhlenentzündungen schneller und häufiger mit Antibiotika bekämpft. Für die Entscheidung Antibiotika einzusetzen, sprechen unter anderem diese Punkte:

  • länger als zehn Tage normale Symptome,
  • länger als drei bis vier Tage schwerere Symptome wie Fieber über 39 °C oder starke Schmerzen,
  • Verschlechterung der Sinusitis nach bereits erfolgter Besserung,
  • Begleiterkrankungen wie COPD oder Immunschwäche.

Medikamenten bei einer Nasennebenhöhlenentzündung: Richtig einnehmen ist die halbe Miete

Bei Medikamenten gegen eine Sinusitis gilt erst mal das gleiche wie bei jeder Arznei: Das Wichtigste ist, sie überhaupt einzunehmen und idealerweise genauso wie das der Arzt oder die Packungsbeilage empfehlen. Das klingt banal, aber tatsächlich ist das sehr häufig nicht der Fall: Rund 20 aller Rezepte werden überhaupt nicht eingelöst, die Hälfte der restlichen 80 Prozent der verschriebenen Medikamente werden gar nicht oder zumindest nicht vorschriftsmäßig eingenommen.1-3 Aber letzten Endes wirkt ein Medikament nur dann so wie es soll, wenn der richtige Patient das richtige Arzneimittel in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt richtig anwendet.

Was bei der Einnahme von Medikamenten bei einer Nasennebenhöhlenentzündung wichtig ist

  • Manche Medikamente wirken in Kombination mit bestimmten Lebensmitteln nicht so gut. Etwa manche Antibiotika, die in Verbindung mit Kalzium, das zum Beispiel in Quark, Joghurt und Milch enthalten ist, deutlich schlechter aufgenommen werden.
  • Bei der Einnahme von zwei oder mehreren Medikamenten besteht immer die Möglichkeit, dass sich die Wirkstoffe gegenseitig negativ beeinflussen – daher sollte das immer mit einem Arzt abgesprochen werden.
  • Gerade ältere Menschen tun sich mit dem Schlucken von Tabletten schwer. Ein hilfreicher Tipp ist der „Kapsel-Nick-Trick“: Statt die Tablette auf die Zunge und dann den Kopf in den Nacken zu legen, ist es besser den Mundraum mit Wasser füllen und dann den Kopf nach vorne neigen. So bewegt sich die Tablette automatisch in Richtung Rachen – das Schlucken fällt leichter.

Die richtige Einnahme von Medikamenten, bei einer Sinusitis wie bei jeder anderen Erkrankung, gehört zu einem Thema, das im Fachjargon „Therapietreue“ oder auch „Adhärenz“ genannt wird. Mehr dazu und Tipps für den Therapieerfolg allgemein, findest du in unserer Broschüre zu Therapietreue.

Was sind die Unterschiede zwischen Kapseln oder Tabletten bei Sinusitis-Medikamenten?

Tabletten und Kapseln sind nach wie vor zwei der häufigsten Darreichungsformen. Tabletten enthalten Wirkstoffe sowie sogenannte Hilfsstoffe in gepresster, pulverisierter Form. Sie lösen sich im Magen auf, gelangen ins Blut und so an ihren jeweiligen Wirkort. Magensaftresistente Kapseln dagegen sind mit Gelatine und einem speziellen Überzug umhüllt, der sich erst im weiteren Verlauf des Verdauungstraktes auflöst und dort den Wirkstoff freisetzt – das kann zum Beispiel unangenehmes Aufstoßen reduzieren.

Ein Beispiel dafür ist die Sinolpan Spezial-Kapsel EA 6,8. Sie schont die Magenschleimhaut, da sie magensaftresistent ist und ihr pH-Wert-gesteuerter Überzug sich erst im Darm auflöst. Dort wird der Wirkstoff Cineol abgegeben, der die Entzündung der angeschwollenen Schleimhäute bekämpft, Druckgefühl lindert, Schleim löst und die Nase befreit. 

Quellen

[1] Sonnenmoser M (2002), Compliance in der Arzneimitteltherapie, ABDA-Referat.
[2] Greißing C et al. (2016), „Medikation und Adhärenz nach stationärer Entlassung“, Deutsches Ärzteblatt 113 (719-756).
[3] Arnold N (2005), Compliance von Diabetikern – Eine Analyse von Einflussfaktoren anhand einer bevölkerungsbasierten Studie, PhD Thesis, Ludwig-Maximilian-Universität München.

Medizinische Fragen

med.wiss@engelhard.de

Kontaktiere uns

+49 (0) 6101 539 300
Mo–Fr 07:30–17:00 Uhr

info@engelhard.de